1913 – Der Sommer des Jahrhunderts – Florian Illies

Ich glaube, jeder Historiker und auch jeder Kulturwissenschaftler hat ein Lieblingsjahr. Und vielleicht sogar ein Lieblingsjahrzehnt. Mein Lieblingsjahrzehnt sind definitiv die 20er des 20. Jahrhunderts. Besonders aber das Jahr 1929. Dabei darf man “Lieblings-“ nicht falsch verstehen. Es hat nix mit Romantik zu tun, als viel mehr mit all den Dingen, die in diesen Jahren passiert sind, die die Weltgeschichte geprägt haben, wie in diesem Fall die Weltwirtschaftskrise. Ein ähnliches Beispiel ist das Jahr 1913, welches sogar ein Buch bekommen hat.

Ein Tagebuch der Persönlichkeiten

Das herrliche an diesem Buch ist, dass es wie ein Tagebuch durch das Jahr 1913 huscht. In 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts erleben Persönlichkeiten einzelne Tage in ihrem Leben. Einige dieser Menschen sind bereits bekannt, andere werden bedeutend werden. Man erlebt den wimmernden Rilke, der sich geldbettelnd an seine Gönnerinnen wendet, man begleitet Hitler beim Verkauf seiner Aquarelle in Wien und stellt fest, dass er und Stalin zur gleichen Zeit dort lebten und sich vielleicht sogar bei Parkspaziergängen begegnet sein könnten. Bei vielen dieser Menschen weiß man einfach, was sie später noch großes oder auch entsetzliches leisten werden und es wirkt teilweise so abstrakt, dass all diese Menschen zur gleichen Zeit in der gleichen Welt gelebt haben sollen.

1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.
Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden. [Quelle]

Ein Augenzwinkern in der Erzählung

Im Großen und Ganzen bewegen sich die meisten Figuren in der Künstlerszene. Da sind bekannte und (heute nicht mehr) bekannte Literaten, Maler und eben auch ein Adolf Hitler, der einfach hätte bei seinen verdammten Aquarellen bleiben sollen. Und dann auch ein Franz Kafka, bei dessen Erwähnung, man spätestens beim dritten Mal die Augen verdreht.
Während alle so heiter ihr Leben genießen, ist es nicht nur der Titel, der vermuten lässt, dass sich bald der Herbst nähern wird – er hängt die ganze Zeit über den Köpfen der Charaktere. Und dennoch ist die Geschichte eine heitere Erzählung, die oft mit etwas Ironie und meistens mit einem Augenzwinkern daher kommt, die sie so angenehm zu lesen macht.

Kann ich das Buch empfehlen? Ja, auf jeden Fall. Es ist ein kurzweiliges und lehrreiches Buch. Durch die zumeist kurzen Kapitel lohnt es sich auch für “Weniger-Leser”. Es ist eine lockere Unterhaltung zwischendurch, die gut und leicht geschrieben ist, sodass es einfach ein Genuss ist, sich durch die Handlung zu blättern.

Meine finale Bewertung für 1913 – Der Sommer des Jahrhunderts

Allgemeine Bewertungskriterien

  1. Spannung:
  2. Romantik:
  3. Unerwartete Wendungen:
  4. Liebevolle Details:

1913 - Der Sommer des Jahrhunderts - Florian Illies  - Buchreview auf lifesayshello.com

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