Freud ist an allem Schuld

Liebesromane lese ich äußerst selten, um nicht zu sagen: eigentlich nie. In der Regel fehlt es mir bei diesem spezifischen Genre an Substanz, denn Liebesgeschichten funktionieren zwar als kleiner Strang in einem anderen Genre wunderbar, aber ein ganzes Buch nur aus Herzschmerz?
Aber, man muss auch Ausnahmen machen können. Entweder, um sich neu zu positionieren, oder um sich in seiner Meinung bestätigt zu fühlen. Ich bitte bei dieser Rezension daher besonders zu beachten, dass ich dem Genre nicht unbedingt zugetan bin.

Paartherapeut in Rom trifft Vaterfreuden

Vielleicht war das einer der Gründe für die Entscheidung, diesen Roman von Paolo Genovese zu lesen: Er spielt in Rom, der Stadt, in der ich diesen Sommer eine Woche Urlaub gemacht habe. Und die Umgebung hat der Autor auch sehr gut eingefangen – beim Lesen habe ich mir immer wieder vorgestellt, wie ich durch die Stadt laufe. Die Story sonst ist schnell erzählt: Der Paartherapeut Francesco versucht auch die Liebesdinge seiner Töchter zu regeln. Ausgang: ungewiss. Denn natürlich kommt der Moment, in dem seine eigenen Wünsche diesen holden Plan durchkreuzen – und da wird es dann spannend.

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»Die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt ist die Liebe.« Der Mann, der das sagt, muss es wissen: Francesco, alleinerziehender Vater von drei Töchtern, ist Paartherapeut. Und Fallbeispiele hat er in der Familie genug. Tochter Sara fühlt sich in ihren lesbischen Beziehungen gescheitert und sieht nur eine Lösung: hetero werden. Schwester Marta, Buchhändlerin mit romantischen Idealen, verliebt sich in einen Gehörlosen, der ihr Opernlibretti aus dem Laden stiehlt. Nur Emma scheint solide – wäre sie nicht noch Schülerin und ihre große Liebe Alessandro ein 50-jähriger verheirateter Architekt. Aber da hat Francesco den perfekten Plan: Er will Alessandros Ehe mit einer Therapie wieder kitten. Bis sich herausstellt, dass Alessandros Frau Claudia die unbekannte Schöne ist, die Francesco selbst heimlich verehrt … (Quelle)

Abgehackte Persönlichkeiten – in schönem Ambiente

In meinen Augen schneidet Francesco leider weder beruflich noch privat mit Sternchen ab. Seine Sitzungen werden – zu gunsten der Lesbarkeit? Durfte das Buch nicht zu dick werden? – sehr kurz abgehandelt und auch seine Ratschläge an die Töchter sind oft nicht nachvollziehbar.
Sara, kehrt aus New York zurück mit dem Wunsch, jetzt nicht nur plötzlich heterosexuell zu sein, sondern auch direkt den perfekten Mann zu finden. Was möglicherweise pure Ironie sein soll, kommt leider etwas bieder daher. Ähnlich verhält es sich mit Emma, die sich ganz klischeehaft in den über 30 Jahre älteren Architekten verguckt hat. Lieb gewonnen habe ich eigentlich nur Marta, die Buchhändlerin, die so ihre Momente hatte.

Was kann ich sagen? Ein Buch voller Klischees, bei denen immer noch ein Stück draufgesetzt wurde. Erwartet habe ich viel mehr aus der Freudschen Richtung, doch abgesehen vom Titel kam da eigentlich nichts.

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Meine finale Bewertung für Freud ist an allem Schuld*

  • Schreibstil:
  • Lesbarkeit:
  • Idee:
  • Inhalt innerhalb des Genres**:
  • Liebevolle Details:
  • Gesamt:

Titel: Freud ist an allem Schuld
Autor: Paolo Genovese
Originalsprache: italienisch (“Tutta colpa di Freud”)
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch
Verlag: btb Verlag; Auflage: Deutsche Erstveröffentlichung, 1. Auflage (13. März 2017)
ASIN: B01G1SA9T6
ISBN: 978-3442714704
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 9,99€ (TB), 8,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar wurde mit freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst. Siehe dazu auch in meiner Kooperationsvereinbarung.

**Kennt ihr das? Manchmal sind Bücher wunderbar – aber eben nicht das, was sie versprechen. Ein Fantasyroman ohne fantastische Elemente? Eine Schnulze ohne Knutscherei…ihr wisst schon, was ich meine. ^^

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